Diskussion mit Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und MdB Roderich Kiesewetter

Eingeladen hatte MdB Roderich Kiesewetter zu einer Diskussionsrunde zur Zukunft in den „gesellschaftlichen Gestaltungsfeldern des Sports, der musisch kulturellen, und der Blaulichtvereine“. Kiesewetter konnte dafür Frau Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport als Rednerin und Diskussionspartnerin gewinnen.

Mehr als 100 Ehrenamtliche aus ganz Ostwürttemberg folgten der Einladung, Gelegenheit, konkrete Antworten zu diskutieren. Nach einem Impulsvortrag der Ministerin wurde die Diskussion eröffnet, um sich in ungezwungener Atmosphäre auszutauschen. Konstruktiv bis konstruktiv-kritisch, inhaltsstark und mit guten Beispielen belegt, brachten sich die Ehrenamtlichen fordernd und inhaltsstark ein.

Themen waren unter anderem:

· die Schwierigkeiten, Nachfolger für ehrenamtliche Wahlfunktionen zu finden;

· die immer strengeren Vorgaben von Finanzämtern und anderen Behörden der verschiedenen Verwaltungsebenen in verschiedenen Rechtsgebieten;

· der immer öfter nötige Beistand des Rechtsanwalts oder des Steueranwalts in vielen sehr schwierig und komplex gewordenen Rechtsfragen;

· eine echte und ehrliche Anerkennungskultur für die Ehrenamtlichen durch Entlastung z. Bsp. bei Parkgebühren, Bahnkarten (BW Ticket etc.),…

· eine größere Offenheit bei den Schulleitungen für die Belange des Sports, insbesondere bei der Umsetzung der Monetarisierung im schulischen Ganztag, die noch nicht wie gewünscht funktioniert;

· die immer noch großen Wartezeiten bei der Vereinssportstättenbauförderung und der Fördersatz, der nach wie vor – trotz Solidarpakt drei – bei nur bei 11-16% liegt.

Sportkreis Ostalb-Vorsitzender Manfred Pawlita zeigte der Ministerin im Klartext auf, dass es nicht mehr nur um Anerkennung für das Ehrenamt gehe, sondern um Regelungen, damit die Vereine ihre gemeinnützige Arbeit überhaupt noch ausüben können. Denn kaum ein Mitglied sei zum Beispiel mehr bereit für „lau“ zu schuften, wenn das Geld dann ans Finanzamt geht. Dabei sprach er auch die „mögliche Steuer-Falle GbR für Kooperationen gerade im Ländlichen Raum“ an. Schließlich betreibe man den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zum Beispiel auch wegen der defizitären Kinder- und Jugendarbeit und weil der ebenso defizitäre Wettkampfsport zu finanzieren sei.

Sieger Götz vom Chorverband Eugen-Jaeckle, Klaus-Dieter Marx vom Sportkreis Heidenheim, Karl-Heinz Rösler vom Turngau Ostwürttemberg, Hermann Weber vom Stadtverband Sport in Ellwangen und Willibald Freihart vom Kreisfeuerwehrverband unterstützten die Forderung.

Der Heidenheimer Sportkreispräsident führte darüber hinaus ein gutes Beispiel an, das deutlich machte, wie ehrenamtliches Engagement durch den Druck am Arbeitsplatz, nicht mehr selbstverständlich ist. Marx war es auch, der auf den Einwurf eines Teilnehmers erwiderte, dass die Sportvereine jederzeit auf die regionalen Untergliederungen Sportkreise und /oder direkt auf Ihren WLSB zukommen und Rat einholen dürften. Es gebe bei einer kompetenten WLSB-Hauptamtlichkeit immer gute Hilfestellungen und Lösungen. Ein Teilnehmer sprach in diesem Kontext die vielfältigen Seminarangebote bei Sportkreiskurzschulungen und WLSB-Seminaren an. Engere Kooperation von Kommunen und Vereinen, etwa bei der Nutzung von Immobilien, regte zudem Ellwangens Bürgermeister Volker Grab an.

Die Ministerin und der Bundestagsabgeordnete sprachen sich unter anderem dafür aus, dass der Normenkontrollrat in Bund und Ländern Gesetze und Regelungen vor Inkrafttreten darauf prüfen soll, ob sie den Interessen von Vereinen und Ehrenamtlichen nicht widersprechen.

Alle Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig, dass die schon mehrmals von Roderich Kiesewetter ergriffene Initiative des „Gesprächs von Ehrenamt und Politik auf regionaler Basis“ immer wieder stattfinden solle. MdB Kiesewetter sagte dies gerne zu.

Der Sport in Ostwürttemberg hatte – auch mit Unterstützung des WLSB – eine eigene „Ellwanger Erklärung“ abgestimmt und verfasst. Diese überreichte Initiator Manfred Pawlita gemeinsam mit allen anderen Unterzeichnern am Ende der Veranstaltung an Frau Dr. Eisenmann und MdB Roderich Kiesewetter

Ellwanger Erklärung

Auf dem Bild von links nach rechts: MdL Winfried Mack; Ellwangens OB Karl Hilsenbek; Karlheinz Rößler – Vors TG Ostwürttemberg/ STB Vizepräsident Turngaue; MdEuP Inge Grässle; Ralf Wiedemann – Vors Stadtverband Sport Schwäbisch Gmünd; Kultusministerin Dr Susanne Eisenmann; MdB Roderich Kiesewetter; Hermann Weber – Vors Stadtverband Sport Ellwangen; Sieger Götz – Ehrenmitglied Eugen Jaeckle Chorverband; Klaus-Dieter Marx – Sportkreispräsident Heidenheim; Manfred Pawlita – Vors Sportkreis Ostalb/ WLSB-Vizepräsident Sportkreis u Vereine; Dietrich Grahn – stv. Vors Stadtverband Sport Aalen
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